Schreibende übers Schreiben – Zitat 72

„Eine ernsthafte Geschichte für Erwachsene muss sich immer auf etwas im echten Leben beziehen. Da reine Fantasiegeschichten sich nicht auf Ereignisse im echten Leben beziehen können, müssen sie ihre Betonung auf etwas anderes verlagern, auf das sie sich beziehen können – nämlich bestimmte wehmütige oder ruhelose Stimmungen des menschlichen Geistes, in denen eben dieser Geist versucht, Leitern aus Spinnfäden zu weben, die ihm die Flucht vor der bitteren Tyrannei der Zeit, des Raumes und der Naturgesetze erlauben.“ (H. P. Lovecraft)

Drei Fragen an die Lektorin: Nadya Hartmann (FVA)

Was ist Ihr wichtigster Tipp für angehende Autoren?

Vor dem Schreiben kommt das Lesen. Lest viel und Unterschiedliches, folgt euren Interessen und eurer Intuition. Dann aber: Konzentriert euch aufs Schreiben, auf euren Text: die Sprache, die Figuren, die Dramaturgie. Genießt die Zweisamkeit mit dem Text – und haltet sie auch aus. Prüft, ob ihr das Potential dessen, was ihr als euer Vorhaben betrachtet, ausgeschöpft habt. Erst dann und/oder wenn ihr das Gefühl habt, ihr kommt allein nicht weiter, Weiterlesen

Drei Fragen an den Lektor: Christopher Heil (Droschl)

Was ist Ihr wichtigster Tipp für angehende Autoren?

Den einen wichtigsten Tipp gibt es wohl nicht … Sie sollten viel lesen, sich über Literatur und das Schreiben austauschen, die kleinen und großen Dinge im Alltag genau beobachten, Stimmungen aufnehmen und auf sich wirken lassen, einfach neugierig sein – all das schult den Blick für Feinheiten und Details, bringt sie weiter und bestenfalls auch auf neue Ideen. Natürlich ist viel Geduld und Ausdauer gefragt: lange genug am eigenen Ton und Text feilen und das Manuskript nicht vorschnell abschicken.

Wie muss ein unverlangt eingesandtes Manuskript aussehen, damit es jemand ansieht?

Ich schaue mir alle per Post eingesandten Manuskripte an, merke leider sehr oft, Weiterlesen

Vom Schreiben leben

Der folgende Text ist eine gekürzte Fassung eines Vortrags, den ich im April 2017 in der Bundesakademie Wolfenbüttel im Rahmen der Tagung „Laborwerte“ gehalten habe.

Letztes Jahr wurde ich von einer Schule im Hamburger Norden eingeladen, um vor mehreren Klassen aus meinem letzten Roman zu lesen und Fragen der Schülerinnen und Schüler zu beantworten. Das aktuelle Thema im Lehrplan in Deutsch lautete „Autoren“, wie mir mitgeteilt wurde, und da sei es doch eine wunderbare Idee, einen Schriftsteller einzuladen, den die Jungen und Mädchen fragen konnten, was sie schon immer einen Schriftsteller hatten fragen wollen. An zwei Tagen las ich vor je drei 10. Klassen, und an beiden Tagen wurden mir Fragen gestellt. Hier die drei Fragen, deren Antwort die Schülerinnen und Schüler an beiden Tagen am meisten interessierten: Wie viel verdienen Sie im Monat? – Wie viel verdienen Sie an einem Buch? – Was für ein Auto fahren Sie? Weiterlesen