Vom Schreiben leben

Der folgende Text ist eine gekürzte Fassung eines Vortrags, den ich im April 2017 in der Bundesakademie Wolfenbüttel im Rahmen der Tagung „Laborwerte“ gehalten habe.

Letztes Jahr wurde ich von einer Schule im Hamburger Norden eingeladen, um vor mehreren Klassen aus meinem letzten Roman zu lesen und Fragen der Schülerinnen und Schüler zu beantworten. Das aktuelle Thema im Lehrplan in Deutsch lautete „Autoren“, wie mir mitgeteilt wurde, und da sei es doch eine wunderbare Idee, einen Schriftsteller einzuladen, den die Jungen und Mädchen fragen konnten, was sie schon immer einen Schriftsteller hatten fragen wollen. An zwei Tagen las ich vor je drei 10. Klassen, und an beiden Tagen wurden mir Fragen gestellt. Hier die drei Fragen, deren Antwort die Schülerinnen und Schüler an beiden Tagen am meisten interessierten: Wie viel verdienen Sie im Monat? – Wie viel verdienen Sie an einem Buch? – Was für ein Auto fahren Sie? Weiterlesen

Praxis: unterschiedliche Perspektiven

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Das Spiel mit unterschiedlichen Perspektiven kann sehr reizvoll sein, ob man es nun zur Gestaltungsgrundlage eines langen Textes macht, so z. B. den ganzen Aufbau eines Romans bestimmen lässt, oder nur hin und wieder als Stilmittel einfügt.

Beim Thriller The Girl on the Train von Paula Hawkins werden die Kapitel in der Ich-Perspektive von verschiedenen Figuren erzählt, aber jeweils Weiterlesen

Schreiben? Erleben!

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In einem vielbeachteten Artikel in der ZEIT schrieb sich Florian Kessler vor einiger Zeit geradezu den Frust von der Seele. „Lassen Sie mich durch, ich bin Arztsohn!“ hieß der Beitrag, und es ging um die Tatsache, dass die junge deutsche Literatur, vor allem in Form der Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge in Hildesheim und Leipzig, immer gleichförmiger werde, geradezu „brav und Weiterlesen