Wie ich selbst zum Schreiben kam

So lange ich zurückdenken kann, habe ich immer viel gelesen. Meine Eltern hatten früher ihre liebe Müh, mich zum Spielen nach draußen zu scheuchen, dabei wohnten wir direkt am Waldrand. Ich war zehn, elf Jahre alt und eher der Jules-Verne- als der Karl-May-Typ. Dennoch dauerte es noch fast zwei Jahrzehnte, bis ich auf die Idee kam, selbst zu schreiben.
Im Nachhinein kann ich mir das gar nicht so richtig erklären. Doch ich glaube, mit dem Schreiben ist es wie mit vielen anderen Dingen: Man muss es selbst ausprobieren, bevor man feststellt, (a) ob es einem Spaß macht und (b) ob man Talent dazu hat. Wobei Letzteres weitaus schwieriger ist (dazu später mehr).
Ich habe erst beim Schreiben meiner Doktorarbeit gemerkt, dass mir der Vorgang des Schreibens an sich Spaß macht. Dass ich gerne formuliere und mit der Sprache spiele – ich wollte so schreiben, dass mir das Ergebnis nicht nur in inhaltlicher, sondern auch in sprachlicher Hinsicht gefiel, und gleichzeitig wollte ich, dass andere Spaß daran hätten, zu lesen, was ich geschrieben habe. Zugegeben, eine Doktorarbeit ist vielleicht nicht der richtige Ort dafür, sich so „auszutoben“. Deshalb begann ich bald damit, nebenbei einen Roman zu schreiben.
Zwei Jahre brauchte ich dafür, weitaus weniger als für die Dissertation. Und anders als die Doktorarbeit bekam mein Roman (fast) nur gute Kritiken. Das war nicht der einzige Grund, warum ich der Uni den Rücken kehrte, aber es spielte sicherlich eine Rolle. Und heute muss ich sagen: Es war in jeder Hinsicht die richtige Wahl. Ich bringe nun einmal lieber Szenen zu Papier, die in meinem eigenen Kopf entstanden sind.

Ein Gedanke zu “Wie ich selbst zum Schreiben kam

  1. Eine interessante Seite. Ich werde sie mir als Lesezeichen speichern.
    Leider kommen nicht alle, die eines Tages aufbrechen um Schriftsteller zu werden, am Ziel an. Ich selbst befinde mich noch auf dem weg und hoffe, die Kraft zu haben, durchzustehen.

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