Der unterschätzte Leser

Ich verrate jetzt nicht, welches Buch ich gerade lese – das fände ich dann doch etwas ungerecht, denn mit dem Roman stimmt schon das meiste. Aber immer wieder wird darin gegen eine ganz wichtige Regel verstoßen: Man darf den Leser nicht unterschätzen.

Nicht, dass dort die ganze Zeit besonders simple Sachverhalte dargestellt würden, es ist vielmehr so, dass hin und wieder Dinge erklärt werden, die für die meisten Leser sicherlich keiner Erklärung bedürfen, und das entweder kommentierend durch den Erzähler oder – was noch seltsamer wirkt – im Dialog.

Das sieht dann in etwa so aus:
„Ich sehe mal bei Facebook nach.“ Sie rief die Webseite des weltgrößten Social-Media-Netzwerks auf.
Oder so:
„Ich sehe mal bei Facebook nach, dem großen Social-Media-Netzwerk.“

Mag sein, dass der Autor glaubt, seine Zielgruppe sei deutlich im Rentenalter angesiedelt. Doch selbst wenn man als Autor davon ausgeht, dass ein Leser oder eine Leserin vielleicht nicht weiß, wer oder was Facebook ist, so ist er oder sie durchaus in der Lage, sich darüber zu informieren. So viel sollte man seinen Lesern schon zutrauen.

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