Regeln vs. Kunst

Kunst hat schon immer gegen Regeln verstoßen, das darf sie, das muss sie, sonst würde sie sich nicht weiterentwickeln. Das gilt auch und gerade für die Literatur, und jeder, der z. B. gerne mit Adjektiven um sich schmeißt oder der Dialoge gerade so bauen möchte, dass ihre Struktur den Leser verwirrt, der kann das natürlich alles machen – auch gegen meinen ausdrücklichen Ratschlag. Denn: Regeln sind (zumindest in der Kunst) durchaus dazu da, gegen sie zu verstoßen.

Dazu muss man sie aber erst einmal kennen. Ein Beispiel aus der Musik: Helge Schneider ist ein exzellenter Musiker, und nur wer ein Instrument sehr, sehr gut beherrscht, der kann auch so darauf spielen, dass es furchtbar schräg klingt – aber dennoch einen gewissen künstlerischen Mehrwert hat. Und nicht einfach nur scheiße um seiner selbst willen.

Überhaupt macht es ja auch viel mehr Spaß, gegen ein Verbot zu verstoßen, von dem man weiß. Alles andere ist einfach zu wischi-waschi.

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