Drei Fragen an den Lektor: Olaf Petersenn (KiWi)

Was ist Ihr wichtigster Tipp für angehende Autoren?

Leidenschaft und Ratio sinnvoll vereinbaren, d. h. entschlossen das verfolgen, was man sich vorgenommen hat, aber dabei selbstkritisch und offen bleiben. Wissen, was man kann, und an dem arbeiten, was einem noch fehlt. Vor allem: sich schulen an anderen Autoren und dabei den eigenen Ton finden.

Wie muss ein unverlangt eingesandtes Manuskript aussehen, damit es jemand ansieht?

Die Chancen sind gering, steigen aber, wenn man nicht breit streut, sondern genau überlegt, wohin das eigene Buch passen könnte. Kurzes Anschreiben, Exposé, aussagekräftige Leseprobe – und dabei möglichst nicht bürokratisch formulieren, sondern den eigenen Ton anschlagen. Das ist keine formale Bewerbung, sondern eine Einladung zur Lektüre – sie muss also neugierig machen!

Wer oder was war für Sie die größte literarische Entdeckung der letzten Jahre?

Joachim Meyerhoff. Nachdem ich seinen Theaterzyklus „Alle Toten fliegen hoch“ am Wiener Akademietheater gesehen hatte, konnte ich ihn davon überzeugen, dass darin mehrere Romane stecken, die er nur noch schreiben müsse. Das hat er dann getan, mittlerweile sind zwei Teile erschienen, „Amerika“ und „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“, im November kommt „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ – eine wunderbare Erfolgsgeschichte!

Olaf Petersenn ist Lektor für deutschsprachige Literatur im Verlag Kiepenheuer & Witsch in Köln.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s