Der erste Eindruck: das Verlagsanschreiben

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Man hat nur einmal Gelegenheit, einen guten ersten Eindruck zu machen. Das ist zwar eine Binsenweisheit, aber deshalb nicht weniger wahr. Wenn man sich mit seinem fertigen Buch an einen Verlag oder eine Agentur wendet, muss deshalb alles stimmen, und das Erste, was die Verlagsmitarbeiter in die Hand bekommen, ist das Anschreiben.

Das Wichtigste gleich zuerst: Man braucht einen Ansprechpartner. Wenn man so beginnt:

Sehr geehrte Damen und Herren, …

… hat man oft gleich Pech und wird aussortiert. Verlagsmitarbeiter sind so eitel wie alle anderen Menschen, und letztlich zeigt man mit so einer Anrede nur eins: Man hat sich vorher gar nicht informiert, wer dafür zuständig ist, ein unverlangt eingesandtes Manuskript zu prüfen. Dabei ist das bei vielen kleineren Verlagen ganz einfach, da reicht nämlich ein Blick auf die Website, und schon weiß man, wer für Programm oder Lektorat zuständig ist. Bei den größeren Publikumsverlagen ist das nicht der Fall, aber auch da gibt es Mittel und Wege – der einfachste ist, anzurufen oder zu mailen und nachzufragen. Oder man guckt sich im Netz um, z. B. auf www.boersenblatt.net – da erfährt man so manches über Personalia gerade bei den größeren Verlagen.

Zweitens: Eigenlob stinkt. Wenn man schon ein paar Preise gewonnen hat, darf man das erwähnen, aber wie begabt man ist, wie toll man schreibt – die Beurteilung dessen kann und sollte man ruhig dem Lektorat überlassen. Auch Sätze wie „Ich schreibe im Stil von [hier Name von Bestsellerautor oder Nobelpreisträger einfügen]“ machen sich nicht gut, aus demselben Grund.

Wenn man bereits Bücher veröffentlicht hat, kann man das ruhig erwähnen, aber man sollte sich auf Verlagsveröffentlichungen beschränken. Ob man schon ein eBook in den Kindle-Store gestellt und 500 Stück davon verkauft hat, das interessiert das Lektorat meist herzlich wenig – im Gegenteil, Amazon gilt den meisten Verlagsmitarbeitern als rotes Tuch, und für eBooks generell gilt oftmals noch das Gleiche.

Als Letztes reicht es, kurz (!) zu beschreiben, was für ein Buch man da eigentlich anbietet. Also Genre, Länge (in Zeichen inkl. Leerzeichen) und – ganz wichtig – ob das Buch bereits fertig bzw. das Manuskript abgeschlossen ist. Wenn man ein unverlangtes Manuskript einsendet, sollte es das selbstverständlich sein.

Ein Letztes noch: In jedem Fall muss das Anschreiben (wie auch Exposé und Leseprobe) fehlerfrei sein, und wenn man sich nicht selbst zutraut, alle Kommata richtig zu setzen, muss man jemanden fragen, der sich damit auskennt.

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