Die Inspiration und ihre Mittel

Ohne Inspiration geht es nicht, wer keine Ideen hat, braucht mit dem Schreiben gar nicht erst anzufangen. Eine der Fragen, die einem als Autor immer wieder gestellt werden, ist: „Woher bekommen Sie Ihre Ideen?“ Als wenn das so einfach zu beantworten wäre. Woher kommt die Inspiration, wann und unter welchen Umständen? Das scheint bei jedem Menschen anders zu sein. Ich beispielsweise wache manchmal oft morgens um vier, halb fünf auf und wälze auf einmal Ideen – und diese sind dann oft die besten, wie sich später herausstellt. Aber das ist wirklich sehr individuell. Schauen wir doch mal, wie es berühmten Schriftstellerkolleginnen und -kollegen ging – was brauch(t)en sie, um kreativ zu sein? Und: Kann man das eventuell nachmachen?

  • Truman Capote: Sofa (meinte, er könne im Sitzen nicht nachdenken)
  • Agatha Christie: heißes Wannenbad (besaß eine große viktorianische Badewanne)
  • Charles Dickens: absolute Ruhe (ließ sich im Raum, wo er schrieb, eigens eine doppelte Tür einbauen)
  • Alexandre Dumas: farbiges Papier (schrieb Lyrik auf gelbem, Prosa auf hellblauem Papier)
  • T. S. Eliot: Erkältung (hatte Gedanken abseits der üblichen Logik, wenn sein Kopf dröhnte)
  • Cornelia Funke: klassische Musik (läuft leise im Hintergrund)
  • Wolf Haas: kleiner Schreibtisch (nur das Laptop passt darauf, sagt, ein größerer würde ihn einschüchtern)
  • Peter Handke: Wandern (vor allem bergauf)
  • Victor Hugo: Nacktheit (ließ sich unbekleidet im Zimmer einschließen)
  • Franz Kafka: Leibesübungen (nackt und bei geöffnetem Fenster)
  • Rudyard Kipling: schwarze Tinte (je schwärzer, desto besser)
  • D. H. Lawrence: Baumrinde (rieb seine nackte Haut an der Borke eines Maulbeerbaums)
  • Herta Müller: billige Plastikkugelschreiber (um nicht einer Ästhetik des Materials zu erliegen)
  • Friedrich Schiller: Geruch faulender Äpfel (bewahrte sie in einer Schublade auf)
  • Edith Sitwell: offener Sarg (legte sich morgens vorm Schreiben eine Zeit lang hinein)
  • Virginia Woolf: Stehpult (wollte so ihre Arbeit besser überblicken können, wie ein Maler mit Staffelei)

Einiges davon trifft auch auf andere Schriftsteller zu. So weiß man auch von Mark Twain und Robert Louis Stevenson, dass sie im Liegen schrieben, Lewis Carroll schrieb wie Virginia Woolf im Stehen. Und dann gibt es da noch die Drogen – George Sand rauchte Zigarren zur Inspiration, Honoré de Balzac und W. H. Auden tranken Unmengen Kaffee, Jean-Paul Sartre nahm Amphetamine, und das Autorenduo Erik Axl Sund schreibt seine Thriller angeblich in sturztrunkenem Zustand.

Vielleicht sollte man es stattdessen tatsächlich mit Schillers faulenden Äpfeln versuchen – Forscher an der Yale University haben nämlich schon vor 30 Jahren herausgefunden, dass der intensive Geruch von Äpfeln tatschlich den menschlichen Geist anregt, ja sogar Panikattacken verhindern kann.

2 Gedanken zu “Die Inspiration und ihre Mittel

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