Manuskript einsenden: das Exposé

Wenn man einen Verlag für sein Buch sucht, verschickt man zusammen mit dem Anschreiben ein Exposé seines Projekts – entweder direkt an einen Verlag (was wenig Aussicht auf Erfolg hat) oder an eine Agentur (wo die Aussichten etwas besser sind). Doch was ist das genau, und wie macht man das am besten? Und vor allem: Wie ausführlich muss es sein?

Ein guter Aufbau für ein Exposé ist:

  • Name und Adresse des Autors
  • Arbeitstitel, Genre und Zeichenzahl (inkl. Leerzeichen)
  • Kurzbeschreibung
  • Ausführliche Inhaltsangabe
  • Stilistische Besonderheiten
  • Figurenbeschreibung

Zu den ersten Punkten gibt es sicherlich nichts weiter zu sagen.Höchstns zum Genre: Hier sollte man nicht zu detailliert vorgehen.

 

Die Kurzbeschreibung sollte einem Klappentext ähneln – zwei bis drei Sätze, die den Plot anreißen, aber nicht auflösen müssen. Hier darf es „spannend bleiben“.

Die ausführliche Inhaltsangabe muss den kompletten Plot beinhalten, bis zum Ende bzw. inklusive der Auflösung. „Spannend“ soll hier nichts sein, dieser Teil dient dazu, dass sich der Lektor einen Überblick über die gesamte Handlung machen kann, von A bis Z. Zwar sollte man auch hier versuchen, sich kurz zu fassen, aber je komplexer ein Roman ist, desto länger wird das Exposé, ganz zwangsläufig. Trotzdem sollte man 10 Seiten nicht überschreiten, die Inhaltsangabe selbst ist mit 8 Seiten schon ziemlich lang. (Apropos Seiten: Wie immer sollte man keine ausgefallenen Fonts verwenden, der Text sollte in 12 Punkt und mindestens 1,25-zeilig gesetzt sein.)

Unabhängig davon, wie das Manuskript stilistisch gestaltet ist, sollte man die Inhaltsangabe im Präsens schreiben. Alle stilistischen Besonderheiten sollte man heraushalten, die finden sich ja im Zweifelsfall in der Leseprobe. Der besseren Übersichtlichkeit halber kann man die Inhaltsangabe auch gliedern – z. B. wenn sich der Plot innerhalb ein paar Tagen abspielt, dann mit Zwischenüberschriften wie „Tag 1“, „Tag 2“ …

Was gar nicht geht im Exposé (und im Anschreiben) sind Vergleiche à la „ich schreibe wie Christian Kracht“. Denn davon wird sich der Lektor selbst ein Bild machen, und im schlimmsten Fall wirkt es überheblich. Wenn man konkrete Vorbilder hat, kann man die ruhig erwähnen, wenn auch vielleicht eher im Anschreiben als im Exposé. Doch Aussagen wie: „Ich bin der neue Stephen King“ führen meistens ins Altpapier.