Mein Kanon

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Ein paar Mal schon hat man mich gefragt: „Schön und gut, viel lesen. Aber was?“ Das ist natürlich im ersten Moment völlig egal. Wenn es nicht gerade irgendwelche x-beliebigen Titel aus dem Kindle-Store sind, die einem für 99 Cent um die Ohren gehauen werden und die mehr formale Fehler enthalten als der Facebook-Post eines AfD-Anhängers, kann man eigentlich alles lesen und wird in irgendeiner Form etwas davon haben.

Trotzdem haben manche Leute ja gerne ein paar Tipps, und die gebe ich auch ebenso gerne. Ich habe deshalb einmal nachgegrübelt und meinen ganz persönlichen Kanon zusammengestellt, mit 20 Romanen, die mich so begeistert, bewegt, inspiriert haben, dass sie sich in irgendeiner Art und Weise auf mein Leben und mein Schreiben ausgewirkt haben. Es sind allesamt Werke aus den letzten ca. 60 Jahren – wer weiter zurückgehen will, lese Dickens, Poe, Kafka … und da ufert es dann auch schon aus. Also nur (im weitesten Sinne) zeitgenössische Literatur, und zwar hier und jetzt ohne Wertigkeit und ohne Gewähr und rein chronologisch.

  • Vladimir Nabokov: Lolita (1955)
  • Martin Walser: Ehen in Philippsburg (1957)
  • John Irving: Die wilde Geschichte vom Wassertrinker (1972)
  • William Goldman: Die Brautprinzessin (1973)
  • Maj Sjöwall und Per Wahlöö: Die Terroristen (1975)
  • Christoph Ransmayr: Die letzte Welt (1988)
  • Jonathan Franzen: Schweres Beben (1992)
  • Michel Houellebecq: Ausweitung der Kampfzone (1994)
  • Henning Mankell: Die fünfte Frau (1995)
  • Christa Wolf: Medea: Stimmen (1996)
  • Bret Easton Ellis: Glamorama (1998)
  • Michel Houellebecq: Elementarteilchen (1998)
  • Philippe Djian: Schwarze Tage, weiße Nächte (2000)
  • Matias Faldbakken: The Cocka Hola Company (2001)
  • Kluun: Mitten ins Gesicht (2003)
  • Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt (2005)
  • Tina Uebel: Last Exit Volksdorf (2011)
  • Judith Schalansky: Der Hals der Giraffe (2011)
  • Kristine Bilkau: Die Glücklichen (2015)
  • Heinz Strunck: Der goldene Handschuh (2016)

Das Gesamtwerk von Astrid Lindgren und Michael Ende muss man sich übrigens dazudenken. Was findet ihr, was fehlt? Was hat euch inspiriert und begeistert?

2 Gedanken zu “Mein Kanon

  1. Guten Morgen Cornelius, vielen Dank für deine interessante Liste. Jetzt wüsste ich natürlich gern, warum dich diese Bücher besonders gepackt haben. Aber das ergäbe wahrscheinlich einen mehrbändigen eigenen Roman.

    Um nur ein paar meiner Lieblinge herauszupicken, gehören für mich
    Agota Kristof mit ihrer Trilogie Das große Heft, Der Beweis, Die dritte Lüge dazu sowie
    Vargas Llosas Lob der Stiefmutter und
    Barbarische Hochzeit von Yann Queffélec.
    Ziemlich finstere Bücher, merke ich gerade aber ungeheuer faszinierend und erschütternd, sprachlich ein Fest für mich.

    Eine gute Woche mit vielen neuen Buchinspirationen
    Sylvia

    Gefällt 2 Personen

  2. Bis auf Houellebecq sehr schöne Liste; H. schreibt für mich überbewerteten Quark. Wie sylvi29 würde ich Vargas Llosa noch dazunehmen. Und die Bücher von Klaus Modick – kennst Du den? Ist für mich einer der besten deutschen Autoren überhaupt, schreibt die unterschiedlichsten Sachen, aber immer gut (sein Kreta-Buch zum Bleistift). Liebe Grüße!

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