Plotten – aber wie?

Wenige Wörter sorgen für so viel Unmut wie der Begriff „Plotten“. Das kommt nicht von ungefähr: Einen nachvollziehbaren, funktionierenden, vielleicht auch logischen Plot für ein Romanprojekt oder eine Erzählung zu entwickeln, ist gar nicht so einfach. Und man will ja auch nicht jedes Mal die „Heldenreise“, die klassischste aller Plot-Strukturen, neu auflegen, auch wenn sich in vielerlei Hinsicht damit spielen lässt (siehe meinen Eintrag dazu).

Besonders schwer haben es Krimi– und Thriller-Autor*innen. Bei der Spannungsliteratur muss alles stimmen – Verbrechen, Täter*in, falsche Spuren, Auflösung. Mein Wunder, dass hier – anders als in anderen Bereichen der Literatur – fast alle Autor*innen einen detaillierten Plot entwickeln, bevor sie mit einem neuen Roman beginnen. Bei den Krimis, die ich geschrieben habe, empfand ich das Plotten sogar meistens als die eigentliche Arbeit.

Für Plots gibt es diverse Strukturen und Vorlagen, an denen man sich entlanghangeln kann. Ein Schema, das man jeder Erzählung, egal wie lang, zugrunde legen kann (oder sogar sollte),  ist das Drei-Akte Schema.

Drei Akte

1. Akt

Die Figuren der Geschichte werden vorgestellt, ihre Ziele und Motivation werden dargelegt. Die Hindernisse, die ihnen beim Erreichen dieser Ziele im Weg stehen, werden vorgestellt. Der zentrale Konflikt wird herausgearbeitet.

2. Akt:

Der Konflikt wird von den handelnden Personen aktiv auf die Spitze getrieben. Der Höhepunkt des Plots ist zugleich der Tiefpunkt für die handelnden Personen. An dieser Stelle plagt sie der grundlegende Konflikt am meisten.

3. Akt

Die handelnden Personen überwinden den Tiefpunkt, der Konflikt wird gelöst.

Man merkt es dem Schema, so oberflächlich es ist, sofort an: Dreh- und Angelpunkt ist der Konflikt. Ohne einen mehr oder weniger essenziellen Konflikt kann kein Plot funktionieren. Das gilt für Faust oder Herr der Ringe genauso wie für Arztromane oder die Erzählungen der Bibel.  

Und wie geht man beim Plotten dann ganz praktisch bzw. handwerklich vor? Eine „klassische“ Methode sind Karteikarten an einer Pinnwand, aber auch sogenannte Mind-Map-Programme wie können gute Dienste leisten. Eine grundlegende Idee hat man ja ohnehin, und anhand einer Mind Map erfährt der Plot, der aus dieser Idee entspringt, manchmal ganz ungeahnte Verzweigungen.