Vom Schreiben leben

Der folgende Text ist eine gekürzte Fassung eines Vortrags, den ich im April 2017 in der Bundesakademie Wolfenbüttel im Rahmen der Tagung „Laborwerte“ gehalten habe.

Letztes Jahr wurde ich von einer Schule im Hamburger Norden eingeladen, um vor mehreren Klassen aus meinem letzten Roman zu lesen und Fragen der Schülerinnen und Schüler zu beantworten. Das aktuelle Thema im Lehrplan in Deutsch lautete „Autoren“, wie mir mitgeteilt wurde, und da sei es doch eine wunderbare Idee, einen Schriftsteller einzuladen, den die Jungen und Mädchen fragen konnten, was sie schon immer einen Schriftsteller hatten fragen wollen. An zwei Tagen las ich vor je drei 10. Klassen, und an beiden Tagen wurden mir Fragen gestellt. Hier die drei Fragen, deren Antwort die Schülerinnen und Schüler an beiden Tagen am meisten interessierten: Wie viel verdienen Sie im Monat? – Wie viel verdienen Sie an einem Buch? – Was für ein Auto fahren Sie? Weiterlesen

Schreiben? Erleben!

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In einem vielbeachteten Artikel in der ZEIT schrieb sich Florian Kessler vor einiger Zeit geradezu den Frust von der Seele. „Lassen Sie mich durch, ich bin Arztsohn!“ hieß der Beitrag, und es ging um die Tatsache, dass die junge deutsche Literatur, vor allem in Form der Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge in Hildesheim und Leipzig, immer gleichförmiger werde, geradezu „brav und Weiterlesen

Der Verlag und das Buch

Für einen Verlag ist ein Buch in erster Linie ein Produkt. Das muss man sich immer klarmachen, wenn man es mit einem Verlag zu tun hat. Hantieren Verlage wie Suhrkamp und Hanser in Verhandlungen mit Agenturen mit 5-stelligen Vorschuss-Beträgen, wenn es darum geht, einen vielversprechenden neuen Namen an Bord zu holen und die Konkurrenten zu überbieten, so tun sie das einzig und allein deshalb, Weiterlesen

Die Vorbilder der Vorbilder

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Es kann hin und wieder ganz spannend (vielleicht auch beruhigend) sein, sich daran zu erinnern, dass auch die großen literarischen Talente, die viele von uns als Vorbilder ansehen, wiederum Vorbilder hatten und viel, viel gelesen haben, bevor sie schrieben.

Oft und gerne verweisen Schriftstellerinnen und Schriftsteller auf die Klassiker. So gab Rolf Hochhuth Schiller als größtes literarisches Vorbild an, Weiterlesen