Praxis: Charakterzeichnung

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Diederich Heßling war ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete und viel an den Ohren litt.

So beginnt der Untertan von Heinrich Mann (1918). Die ersten Absätze des Romans beschreiben, wie Heßling aufwächst, und jedes kleine Detail, sein Charakter, was er erlebt und wie er sich verhält, auf seine Umwelt reagiert – all das charakterisiert diese literarische Figur und bestimmt ihren weiteren Werdegang. Es ist eines der eindrucksvollsten Beispiele von Figurenpsychologie, die ich kenne. Weiterlesen

Praxis: Figurenbau

Man muss seine Figuren kennen, das ist das A und O, und darum kommt kein Autor herum. Egal wie plot driven ein Roman ist (z. B. ein Krimi oder Thriller), wenn die Figuren nicht nachvollziehbar sind, wenn sie wie Abziehbilder wirken, man sie nicht „vor sich sieht“, entsteht einfach kein guter Text.

Damit ist nicht gemeint, dass man sie so gut wie möglich beschreiben muss. Man kann seine Figuren auch ohne langatmige Beschreibungen charakterisieren, z. B. dadurch, wie sie mit anderen im Dialog interagieren – überhaupt sind die Beziehungen der Figuren untereinander sehr wichtig. Weiterlesen

Praxis: Figurennamen

Eine Frage, die mir bei Lesungen immer wieder gestellt wird, ist: Wie kommen Sie eigentlich auf die Namen? Im Grunde ist die ehrliche Antwort darauf die gleiche wie auf die Frage danach, woher ich die eine oder andere Idee des Plots hatte: Keine Ahnung. Das kommt irgendwoher, es ist einfach die Inspiration, wie auch immer. Trotzdem kann ich ein paar Worte zu den Namen meiner Figuren sagen. Weiterlesen