Selfpublishing – oder doch die Ochsentour?

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Es scheint durchaus verlockend – so verlockend, dass immer mehr angehende Autorinnen und Autoren sich für dieses Modell entscheiden: Anstatt sein fertiges Manuskript an Verlage zu schicken, wo man ja ohnehin nur Absagen bekommt (was durchaus auch stimmt), oder sich eine Agentur zu suchen, die vom späteren Autorenhonorar dann auch noch 15 bis 20 Prozent abbekommt, stellt man das Buch einfach selbst als eBook auf eine Online-Plattform. Weiterlesen

Der Verlag und das Buch

Für einen Verlag ist ein Buch in erster Linie ein Produkt. Das muss man sich immer klarmachen, wenn man es mit einem Verlag zu tun hat. Hantieren Verlage wie Suhrkamp und Hanser in Verhandlungen mit Agenturen mit 5-stelligen Vorschuss-Beträgen, wenn es darum geht, einen vielversprechenden neuen Namen an Bord zu holen und die Konkurrenten zu überbieten, so tun sie das einzig und allein deshalb, Weiterlesen

Drei Fragen an den Lektor: Thorsten Ahrend (Wallstein)

Was ist Ihr wichtigster Tipp für angehende Autoren?

 Neugierig sein, unterwegs sein. Rumgucken, was in der Welt passiert, sich für Biochemie und Mathematik interessieren und für Neurowissenschaften und Pop und Politik und Poststrukturalismus und für die Post, aber die heißt jetzt DHL. Sich für Menschen interessieren, nicht nur für Künstler und Intellektuelle, sondern auch für Menschen, die körperlich arbeiten. Oder auch nicht arbeiten. Na ja, für alles, was in den letzten 2000 Jahren geschehen ist und für alles, was jetzt passiert.

Viel lesen, nicht nur Debütanten, die aber auch. Man selbst sein, ohne sich nur mit sich selbst zu beschäftigen. Und arbeiten, arbeiten, arbeiten. Feiern, feiern, feiern.

Wie muss ein unverlangt eingesandtes Manuskript aussehen, damit es jemand ansieht?

Es sollte nicht handgeschrieben kommen. Nicht per Einschreiben. Nicht mit einem Weiterlesen

Drei Fragen an die Lektorin: Sabine Baumann (Schöffling)

Was ist Ihr wichtigster Tipp für angehende Autoren?

Ich schließe mich den Kollegen aus den anderen Häusern an und empfehle neben dem regelmäßigen Schreiben, auch wenn gerade kein konkretes Lyrik- oder Romanprojekt ansteht, viel und gründlich zu lesen. Von Klassikern und Zeitgenossen kann man viel lernen. Die Frankfurter Poetikvorlesung ist ebenfalls eine großartige Möglichkeit, sich von den Autoren, die dort über ihr Schreiben Auskunft geben, anregen zu lassen.

Meine Erfahrung ist, dass es beim Schreiben wie im Leben auch sehr Weiterlesen

Kill your darlings!

Lesen Sie sich durch, was Sie geschrieben haben, und wenn Sie eine Passage finden, von der Sie ganz besonders begeistert sind, dann streichen Sie sie!

Diese Worte stammen vom britischen Gelehrten, Schriftsteller und Literaturkritiker Samuel Johnson. Und so absurd sie klingen, so viel Wahres ist dran. Gerade bei den Textstellen, die einem besonders gut gefallen, zeigt sich in der Zusammenarbeit mit einem Lektor oft der (immer wieder diskutierte) Unterschied zwischen dem erfahrenen und dem unerfahrenen Autor: Letzterer kämpft verbissen um jede Weiterlesen