Drei Fragen an den Lektor: Thorsten Ahrend (Wallstein)

Was ist Ihr wichtigster Tipp für angehende Autoren?

 Neugierig sein, unterwegs sein. Rumgucken, was in der Welt passiert, sich für Biochemie und Mathematik interessieren und für Neurowissenschaften und Pop und Politik und Poststrukturalismus und für die Post, aber die heißt jetzt DHL. Sich für Menschen interessieren, nicht nur für Künstler und Intellektuelle, sondern auch für Menschen, die körperlich arbeiten. Oder auch nicht arbeiten. Na ja, für alles, was in den letzten 2000 Jahren geschehen ist und für alles, was jetzt passiert.

Viel lesen, nicht nur Debütanten, die aber auch. Man selbst sein, ohne sich nur mit sich selbst zu beschäftigen. Und arbeiten, arbeiten, arbeiten. Feiern, feiern, feiern.

Wie muss ein unverlangt eingesandtes Manuskript aussehen, damit es jemand ansieht?

Es sollte nicht handgeschrieben kommen. Nicht per Einschreiben. Nicht mit einem Weiterlesen

Drei Fragen an die Lektorin: Aylin Salzmann (Ullstein)

Was ist Ihr wichtigster Tipp für angehende Autoren?

Sich selbst und ihren Texten zu vertrauen, der Austausch mit anderen Schreibenden über deren und die eigenen Texte, viel lesen. Das sind dann also drei wichtige Tipps.

Wie muss ein unverlangt eingesandtes Manuskript aussehen, damit es jemand ansieht?

Offen gesagt, ich akquiriere Stoffe meist über persönliche Kontakte oder über Literaturagenturen. Ich denke, es ist für angehende Autor_innen unabdingbar, Weiterlesen

Drei Fragen an die Lektorin: Sabine Baumann (Schöffling)

Was ist Ihr wichtigster Tipp für angehende Autoren?

Ich schließe mich den Kollegen aus den anderen Häusern an und empfehle neben dem regelmäßigen Schreiben, auch wenn gerade kein konkretes Lyrik- oder Romanprojekt ansteht, viel und gründlich zu lesen. Von Klassikern und Zeitgenossen kann man viel lernen. Die Frankfurter Poetikvorlesung ist ebenfalls eine großartige Möglichkeit, sich von den Autoren, die dort über ihr Schreiben Auskunft geben, anregen zu lassen.

Meine Erfahrung ist, dass es beim Schreiben wie im Leben auch sehr Weiterlesen

Drei Fragen an die Lektorin: Barbara Maassen (Droste)

Was ist Ihr wichtigster Tipp für angehende Autoren?

Mein Rat für angehende Autoren klingt simpel, ist aber häufig gar nicht so einfach zu befolgen: Sich selbst nicht so wichtig nehmen. Nach links und nach rechts sehen. Welche Bücher haben mich beeindruckt? Warum war das so? Lag es am spannenden Thema? Dem besonderen Schreibstil? Oder haben mich die überraschend interagierenden Weiterlesen

Manuskript einsenden: die Leseprobe

8Y0EDX4VP9 Green ChameleonMit dem Exposé schickt man in der Regel eine Leseprobe mit. Trotzdem: Diesen Schritt zu wagen, bevor das Buch fertig ist, ergibt schon deshalb keinen Sinn, weil man im besten Fall aufgefordert wird, umgehend das ganze Manuskript zu schicken, und wenn man dann sagen muss: „Entschuldigung, die letzten drei Kapitel sind noch nicht fertig“, war alle Mühe umsonst.

In seltenen Fällen wird man sogar von vorneherein gebeten, gleich das ganze Manuskript zu schicken. Das sind aber wirklich Ausnahmen, und zwar aus gutem Weiterlesen

Manuskript einsenden: das Exposé

Wenn man einen Verlag für sein Buch sucht, verschickt man zusammen mit dem Anschreiben ein Exposé seines Projekts – entweder direkt an einen Verlag (was wenig Aussicht auf Erfolg hat) oder an eine Agentur (wo die Aussichten etwas besser sind). Doch was ist das genau, und wie macht man das am besten? Und vor allem: Wie ausführlich muss es sein?

Ein guter Aufbau für ein Exposé ist:

  • Name und Adresse des Autors
  • Arbeitstitel, Genre und Zeichenzahl (inkl. Leerzeichen)
  • Kurzbeschreibung
  • Ausführliche Inhaltsangabe
  • Stilistische Besonderheiten
  • Figurenbeschreibung

Zu den ersten Punkten gibt es sicherlich nichts weiter zu sagen. Die Kurzbeschreibung sollte einem Klappentext ähneln – zwei bis drei Sätze, die den Plot anreißen, aber nicht auflösen müssen. Hier darf es „spannend bleiben“.

Die ausführliche Inhaltsangabe muss den kompletten Plot beinhalten, bis zum Ende bzw. inklusive der Auflösung. „Spannend“ soll hier nichts sein, dieser Teil dient dazu, dass sich der Lektor einen Überblick über die gesamte Handlung machen kann, von A bis Z. Zwar sollte man auch hier versuchen, sich kurz zu fassen, aber je komplexer ein Roman ist, desto länger wird das Exposé, ganz zwangsläufig. Trotzdem sollte man 10 Seiten nicht überschreiten, die Inhaltsangabe selbst ist mit 8 Seiten schon ziemlich lang. (Apropos Seiten: Wie immer sollte man keine ausgefallenen Fonts verwenden, der Text sollte in 12 Punkt und mindestens 1,25-zeilig gesetzt sein.)

Unabhängig davon, wie das Manuskript stilistisch gestaltet ist, sollte man die Inhaltsangabe im Präsens schreiben. Alle stilistischen Besonderheiten sollte man heraushalten, die finden sich ja im Zweifelsfall in der Leseprobe. Der besseren Übersichtlichkeit halber kann man die Inhaltsangabe auch gliedern – z. B. wenn sich der Plot innerhalb ein paar Tagen abspielt, dann mit Zwischenüberschriften wie „Tag 1“, „Tag 2“ …

Was gar nicht geht im Exposé (und im Anschreiben) sind Vergleiche à la „ich schreibe wie Christian Kracht“. Denn davon wird sich der Lektor selbst ein Bild machen, und im schlimmsten Fall wirkt es überheblich. Wenn man konkrete Vorbilder hat, kann man die ruhig erwähnen, wenn auch vielleicht eher im Anschreiben als im Exposé. Doch Aussagen wie: „Ich bin der neue Stephen King“ führen meistens ins Altpapier.

Drei Fragen an den Lektor: Anvar Cukoski (Piper)

Was ist Ihr wichtigster Tipp für angehende Autoren?

Lesen! Wenn man nicht ein unwahrscheinliches Genie ist, wie es alle 50 Jahre nur einmal vorkommt, kann man gar nicht genug lesen. Und damit meine ich nicht: auf dem Sofa liegen und einen Roman nach dem Lustprinzip verschlingen, sondern sich die Bücher vorknöpfen, die man großartig findet, und dann nochmal lesen und ein drittes Mal. Ganz genau hinschauen, wie bestimmte Effekte erzielt werden. Weiterlesen