Manuskript einsenden: die Leseprobe

8Y0EDX4VP9 Green ChameleonMit dem Exposé schickt man in der Regel eine Leseprobe mit. Trotzdem: Diesen Schritt zu wagen, bevor das Buch fertig ist, ergibt schon deshalb keinen Sinn, weil man im besten Fall aufgefordert wird, umgehend das ganze Manuskript zu schicken, und wenn man dann sagen muss: „Entschuldigung, die letzten drei Kapitel sind noch nicht fertig“, war alle Mühe umsonst.

In seltenen Fällen wird man sogar von vorneherein gebeten, gleich das ganze Manuskript zu schicken. Das sind aber wirklich Ausnahmen, und zwar aus gutem Weiterlesen

Manuskript einsenden: das Exposé

Wenn man einen Verlag für sein Buch sucht, verschickt man zusammen mit dem Anschreiben ein Exposé seines Projekts – entweder direkt an einen Verlag (was wenig Aussicht auf Erfolg hat) oder an eine Agentur (wo die Aussichten etwas besser sind). Doch was ist das genau, und wie macht man das am besten? Und vor allem: Wie ausführlich muss es sein?

Ein guter Aufbau für ein Exposé ist:

  • Name und Adresse des Autors
  • Arbeitstitel, Genre und Zeichenzahl (inkl. Leerzeichen)
  • Kurzbeschreibung
  • Ausführliche Inhaltsangabe
  • Stilistische Besonderheiten
  • Figurenbeschreibung

Zu den ersten Punkten gibt es sicherlich nichts weiter zu sagen.Höchstns zum Genre: Hier sollte man nicht zu detailliert vorgehen.

 

Die Kurzbeschreibung sollte einem Klappentext ähneln – zwei bis drei Sätze, die den Plot anreißen, aber nicht auflösen müssen. Hier darf es „spannend bleiben“.

Die ausführliche Inhaltsangabe muss den kompletten Plot beinhalten, bis zum Ende bzw. inklusive der Auflösung. „Spannend“ soll hier nichts sein, dieser Teil dient dazu, dass sich der Lektor einen Überblick über die gesamte Handlung machen kann, von A bis Z. Zwar sollte man auch hier versuchen, sich kurz zu fassen, aber je komplexer ein Roman ist, desto länger wird das Exposé, ganz zwangsläufig. Trotzdem sollte man 10 Seiten nicht überschreiten, die Inhaltsangabe selbst ist mit 8 Seiten schon ziemlich lang. (Apropos Seiten: Wie immer sollte man keine ausgefallenen Fonts verwenden, der Text sollte in 12 Punkt und mindestens 1,25-zeilig gesetzt sein.)

Unabhängig davon, wie das Manuskript stilistisch gestaltet ist, sollte man die Inhaltsangabe im Präsens schreiben. Alle stilistischen Besonderheiten sollte man heraushalten, die finden sich ja im Zweifelsfall in der Leseprobe. Der besseren Übersichtlichkeit halber kann man die Inhaltsangabe auch gliedern – z. B. wenn sich der Plot innerhalb ein paar Tagen abspielt, dann mit Zwischenüberschriften wie „Tag 1“, „Tag 2“ …

Was gar nicht geht im Exposé (und im Anschreiben) sind Vergleiche à la „ich schreibe wie Christian Kracht“. Denn davon wird sich der Lektor selbst ein Bild machen, und im schlimmsten Fall wirkt es überheblich. Wenn man konkrete Vorbilder hat, kann man die ruhig erwähnen, wenn auch vielleicht eher im Anschreiben als im Exposé. Doch Aussagen wie: „Ich bin der neue Stephen King“ führen meistens ins Altpapier.

Drei Fragen an den Lektor: Anvar Cukoski (Piper)

Was ist Ihr wichtigster Tipp für angehende Autoren?

Lesen! Wenn man nicht ein unwahrscheinliches Genie ist, wie es alle 50 Jahre nur einmal vorkommt, kann man gar nicht genug lesen. Und damit meine ich nicht: auf dem Sofa liegen und einen Roman nach dem Lustprinzip verschlingen, sondern sich die Bücher vorknöpfen, die man großartig findet, und dann nochmal lesen und ein drittes Mal. Ganz genau hinschauen, wie bestimmte Effekte erzielt werden. Weiterlesen

Der erste Eindruck: das Verlagsanschreiben

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Man hat nur einmal Gelegenheit, einen guten ersten Eindruck zu machen. Das ist zwar eine Binsenweisheit, aber deshalb nicht weniger wahr. Wenn man sich mit seinem fertigen Buch an einen Verlag oder eine Agentur wendet, muss deshalb alles stimmen, und das Erste, was die Verlagsmitarbeiter in die Hand bekommen, ist das Anschreiben.

Das Wichtigste gleich zuerst: Man braucht einen Ansprechpartner. Wenn man so beginnt:

Sehr geehrte Damen und Herren, …

… hat man oft gleich Pech und wird aussortiert. Verlagsmitarbeiter sind so eitel wie alle anderen Menschen, und letztlich zeigt man mit so einer Anrede nur eins: Man hat sich vorher gar nicht informiert, wer dafür zuständig ist, ein unverlangt eingesandtes Manuskript zu prüfen. Dabei ist das bei vielen kleineren Verlagen ganz einfach, da reicht nämlich ein Blick auf die Website, und schon weiß man, wer für Programm oder Lektorat zuständig ist. Bei den größeren Publikumsverlagen ist das nicht der Fall, aber auch da gibt es Mittel und Wege – der einfachste ist, anzurufen oder zu mailen und nachzufragen. Oder man guckt sich im Netz um, z. B. auf www.boersenblatt.net – da erfährt man so manches über Personalia gerade bei den größeren Verlagen.

Zweitens: Eigenlob stinkt. Wenn man schon ein paar Preise gewonnen hat, darf man das erwähnen, aber wie begabt man ist, wie toll man schreibt – die Beurteilung dessen kann und sollte man ruhig dem Lektorat überlassen. Auch Sätze wie „Ich schreibe im Stil von [hier Name von Bestsellerautor oder Nobelpreisträger einfügen]“ machen sich nicht gut, aus demselben Grund.

Wenn man bereits Bücher veröffentlicht hat, kann man das ruhig erwähnen, aber man sollte sich auf Verlagsveröffentlichungen beschränken. Ob man schon ein eBook in den Kindle-Store gestellt und 500 Stück davon verkauft hat, das interessiert das Lektorat meist herzlich wenig – im Gegenteil, Amazon gilt den meisten Verlagsmitarbeitern als rotes Tuch, und für eBooks generell gilt oftmals noch das Gleiche.

Als Letztes reicht es, kurz (!) zu beschreiben, was für ein Buch man da eigentlich anbietet. Also Genre, Länge (in Zeichen inkl. Leerzeichen) und – ganz wichtig – ob das Buch bereits fertig bzw. das Manuskript abgeschlossen ist. Wenn man ein unverlangtes Manuskript einsendet, sollte es das selbstverständlich sein.

Ein Letztes noch: In jedem Fall muss das Anschreiben (wie auch Exposé und Leseprobe) fehlerfrei sein, und wenn man sich nicht selbst zutraut, alle Kommata richtig zu setzen, muss man jemanden fragen, der sich damit auskennt.